Computermedienpädagogik
Der Computer ist überall
Computer (-Technologie) ist mittlerweile allgegenwärtig. Der stationäre PC mit seiner Muktifunktionalität als Informations-, Kommunikations-, Arbeits-, Spiele-, Kreativ-, Konsum-, Unterhaltungs und Zerstreungsmaschine wird zunehmend zu einem Lebensmittelpunkt. Er wird - über das Internet weltweit vernetzt - zum "virtuellen" Reisemobil, das gleichzeitig persönlichste Daten als Spuren im Netz hinterläßt oder in sich aufbewahrt. Hinzu kommt, daß sich digitale Technik mit ihrem Vernetzungspotential in den Geräten der Lebens- und Arbeitswelt ausbreitet und  den Alltag durchdringt. Und mit dem Multimediahandy begleitet uns dieses technische Informations- und Kommunikationspotenzial 24 Stunden am Tag. Für die allermeisten Menschen bedeutet dies, daß Computertechnologie das Leben verändert - ob wir nun wollen oder nicht. Egal ob man Zugang zur aktiven Nutzung hat oder nicht: den Wirkungen entkommt keiner.

Computermedienpädagogik
Computermedienpädagogik sieht diese Tatsache als Herausforderung, sich analysierend und kritisch reflektierend mit den Wechselwirkungen zwischen Technologie, Individuum, Gruppen und Gesellschaft zu befassen. Die ComputermedienpädagogInnen entwickeln pädagogische Projekte in der Praxis und schaffen so reale und virtuelle Räume in denen selbstgesteuertes Lernen und die Entwicklung eines angemessenen Lebenstils in der Auseinandersetzung mit der Technik möglich wird. Im Mittelpunkt steht der Mensch als lernfähiges Wesen, das in der Lage ist, in einem aktiven Prozess der Aneignung eine Kultur des Umgangs mit der Technik zu gestalten.

virtuelle Erfahrungsräume für Jugendliche
Dieser Prozess der Aneignung geschieht natürlich auch von selbst und ohne pädagogische Begleitung.
Im Jugendalter ist der Prozess der Aneigung und Selbstbehauptung zentral für die Entwicklung einer Identität und der sozialen Kontakte. Reale und virtuelle Räume werden aufgesucht und experimentierend erforscht. Die virtuellen Räume der Computerspielwelten und Internetcommunities gewinnen bei Jugendlichen rasant an Attraktivität.  Hierbei verliert zumindest subjektiv die Unterscheidung von Realität und Virtualität an Bedeutung. Denn es werden wesentliche Teile der Kommunikation und Interaktion in Medienwelten abgewickelt und reale und virtuelle Bereiche zusammen als eine Wirklichkeit verstanden und erlebt. In der Konkurrenz um Aufmerksamkeit und Anerkennung gehen Jugendliche Wagnisse und Risiken ein. Eine Kenntnis der möglichen Folgen kann nicht unbedingt vorausgesetzt werden. In virtuellen Umgebungen fehlen meist die für den Entwicklungsprozess so wichtigen Grenzen. Das Ausweichen vor den Konsequenzen des eigenen Handelns ist mit einem Mausklick erledigt. Und die Kulturen des Umgangs in Medienwelten sind nicht unbedingt übertragbar auf das reale Leben.

Pädagogische Gestaltung
Die Agilität und Produktivität von Jugendlichen im Umgang mit Medientechnik, Social-Networks und Communities ist faszinierend und anerkennenswert. Eltern und pädagogisch Verantwortliche sehen jedoch besorgt auf diesen zum Teil nur von einen kommerziellen Rahmen begrenzten und beeinflußten selbstorganisierten Wildwuchs. Welche Rolle spielt dieser Aufenthalt in Medienwelten für die Entwicklung junger Menschen?
Computermedienpädagogik setzt auf pädagogische Gestaltung von real-virtuellen Erfahrungsräumen und Lernumgebungen. Praxisgerechte Projekte geben Jugendlichen die Chance sich aktiv mit der von digitaler Technik geprägten Medienwelt auseinanderzusetzen und eigene Medienprodukte zu erstellen. Sie können lernen aktiv zu kommunizieren und zu interagieren, Verantwortung zu übernehmen und Regeln auszuhandeln.


 
CMP